| Teil 2
Minenräumverband Cuxhaven |
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Minenräumverband Cuxhaven Auch nach der Auflösung des deutschen Minenräumdienstes GM/SA musste wegen der Grundminen, deren Zünder eine längere Lebensdauer hatten als man zunächst annahm, weiter geräumt werden Die alliierte Kontrollkommission im britisch besetzten Teil Deutschlands verfügte im Januar 1948 die Aufstellung des Minenräumverbandes Cuxhaven. Die Kontrolle des Verbandes, der zivilen Status hatte, lag zunächst in Händen des britischen Frontier Control Service, später bei der Royal Navy. Personal und Fahrzeuge kamen von der aufgelösten GM/SA. Die Besatzungen wurden auf freiwilliger Basis als Angestellte übernommen. Die Bezahlung erfolgte nach den Heuertarifen der Handelsschifffahrt auf großer Fahrt. Getragen wurde eine blaue Dienstkleidung ähnlich wie die der GM/SA. Die Offiziere trugen als Rangabzeichen goldene Sterne auf den Schulterklappen. Mit der Führung des Verbandes wurde der Offizier 1. Ranges (Fregattenkapitän) Adalbert von Blanc beauftragt, ihm stand ein Stab, eine Personalreserve und verschiedene Arbeitsgruppen zur Verfügung. Einschließlich des Bordpersonals betrug die Gesamtstärke des Verbandes 45 Offiziere, 317 Unteroffiziere und Mannschaften, 33 zivile Angestellte und Arbeiter. An Fahrzeugen der ehemaligen Kriegsmarine wurden eingesetzt. 12 Räumboote (R 132-138 und R 140, 142, 144, 146, 147) Begleitschiff Weser (ehemaliges Fischereischutzboot) 3 Kriegsfischkutter (KFK 409,531,616) 1 Sperrbrecher (F212 ein umgebauter Fährpram) 1 Tanker "Dievenow" Die 12 Räumboote gehörten zur US Kriegsbeute und wurden dem Räumverband leihweise überlassen. Die Fahrzeuge führten die Flagge der Control Commission of Germany, einem blauen Tuch mit rotem Kreuz und einem Wappenschild mit den Buchstaben CCG. Die Aufgabenstellung erfolgte durch das Bundesministerium für Verkehr - Abteilung See -in Hamburg, über die Royal Navy in Cuxhaven. Die endgültige Genehmigung erteilte das Mine Clearance Board. In der Nordsee wurden die vorhandenen Zwangswege verbreitert und die Zufahrten zu den ostfriesischen Inseln freigeräumt. In der Ostsee konnten die Fährwege von Großenbrode nach Gedser und von Kiel nach Korsör minenfrei gemeldet werden. Im Juli 1949 lief der Sperrbrecher F 212 nahe der Jademündung auf eine Mine und sank, es gab 7 Verletzte. Drei Angehörige des Minenräumverbandes starben bei der Räumarbeit durch Unfälle. Allgemein bekannt wurde der Minenräumverband durch Presseberichte im Zusammenhang mit der gesperrten und der Royal Air Force als Bombenziel dienenden Insel Helgoland. Zwei Studenten hatten im Dezember 1950 die Insel besetzt und die Europaflagge gesetzt, sie weigerten sich die Insel zu verlassen. Der Verbandschef von Blanc erhielt von seinen englischen Vorgesetzten den Befehl die Studenten von der Insel zu holen. Er weigerte sich jedoch, worauf er vom Dienst suspendiert wurde. Der Vorfall löste in der deutschen Bevölkerung Empörung aus, sorgte aber dafür, dass die Übergabe der Insel eingeleitet wurde. Seit Frühjahr 1950 waren Verhandlungen im Gange, den Räumverband durch das Bundesverkehrsministerium zu übernehmen. Dazu kam es nicht, da die Amerikaner die 12 Räumboote zurückverlangten. Der Räumverband wurde am 30 Juni 1951 aufgelöst. 18 Offiziere und 220 Unteroffiziere und Mannschaften gingen mit den Räumbooten zur Labor Service Unit B der US Navy nach Bremerhaven. 18 Offiziere und 81 Unteroffiziere und Mannschaften traten dem neu aufgestellten Bundesgrenzschutz See bei. 2 Offiziere und 11 Unteroffiziere und Mannschaften wechselten zur Schnellbootgruppe des Fishery Protection Service der Royal Navy nach Kiel über. Mit dem Begleitschiff Weser, den 3 KFK und dem Tanker Dievenow blieben 78 Männer als britische Marinedienstgruppe in Cuxhaven. 124 Männer wurden in das Zivilleben entlassen. |
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